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Edition 6065
Verlag für regionale Kultur und
Geschichte
gegründet 1995
von Brigitte Forßbohm
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Werner Eckard
Wer die Vergangenheit besucht erntet
Tränen
Eine Kindheit im Schatten des
Nationalsozialismus
13,5 x 21 cm, Einband farbig brosch., 120
Seiten, ISBN 978-3-9810365-8-9, EUR 9.90
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Werner Eckard (1939-2011), Sohn eines
SS-Mannes und KZ-Aufsehers in Dachau, Buchenwald und Majdanek
lebte seit 1980 in Wiesbaden.
In Essen geboren, verbrachte Werner
Eckard seine Kindheit in Neumark bei Weimar in der Nähe
des KZ Buchenwald. Nach Kriegsende floh seine Mutter mit ihren
Kindern nach Gütersloh. Dort kam es zur Trennung von der
Mutter. Werner Eckard lebte dann jeweils für kurze Zeit in
verschiedenen Pflegefamilien, von 1946 bis 1949 bei einer
Pflegemutter, die ihm Halt gab. Danach zog er wieder zum Vater
und dessen zweiten Frau. Ab 1953 machte er eine
Gärtnerlehre, heiratete 1960 zum ersten Mal und hat aus
dieser Ehe zwei Töchter. Sein Beruf führte ihn nach
München, Kaiserslautern, Landstuhl und Nürnberg. Seit
1980 lebt er in Wiesbaden. Seit 1996 schreibt Werner Eckard.
Seine erste Veröffentlichung hatte er im Rahmen der Serie
des Wiesbadener Kurier „Wir Kriegskinder“. Der
Beitrag erschien auch im gleichnamigen Buch, hrsg. von Manfred
Gerber, Redakteur des Wiesbadener Kurier, Wiesbaden 2005.
Bei dem nun erschienenen Werk handelt es
sich um eine ungewöhnliche Zeitzeugengeschichte. Werner
Eckards Vater war als SS-Mann und Aufseher im KZ Buchenwald in
das nationalsozialistische Terrorsystem integriert. Unter der
Verrohung und Brutalisierung, die diese Tätigkeit
voraussetzte und mit sich brachte bzw. verstärkte, litt
auch die Familie. Werner war das vierte und jüngste Kind
und weit über das Ende des Nationalsozialismus hinaus
seinem Vater ausgeliefert. Nach erfolgreicher Beendigung einer
Gärtnerlehre gelang es ihm jedoch fort zu ziehen und ein
Leben unabhängig von seinem Vater aufzubauen. Die
Erlebnisse seiner Kindheit, das Miterleben der Schrecken des
Nazi-Terrors im KZ-Buchenwald, die traumatische Trennung von
der Mutter, das Ausgeliefertsein gegenüber dem Vater
wurden über die Jahre seiner aktiven Berufstätigkeit
und seines eigenen Familienlebens verdrängt und vergessen.
Allein die Alpträume verließen ihn nie.
Erst als er im Frühjahr 1996 einen
Anruf seiner Schwester erhielt, die ihm mitteilte, dass seine
84-jährige kranke Mutter ihn vor ihrem Tode noch einmal
sehen möchte, konnte er sich der Vergangenheit nicht mehr
verweigern.
Den Weg, den er nun beschritt, die
Erinnerung an Episoden aus seiner Kindheit, die Reisen zu den
Schauplätzen der Vergangenheit, die er unternimmt, die
Reflexionen, die er anstellt und die Gefühle, die er dabei
durchlebt, hat er in seinem Buch mit dem Titel „Wer die
Vergangenheit besucht, erntet Tränen“
aufgeschrieben.
Es ist ein anrührendes Buch, weil
Werner Eckard nicht nur versteht zu erzählen, was gewesen
ist, sondern auch seine Gefühle aufleben und damit den
kleinen Jungen in sich lebendig werden lässt.
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