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Edition 6065
Verlag für regionale Kultur und
Geschichte
gegründet 1995
von Brigitte Forßbohm
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Marina Werschewskaja
Gräber erzählen Geschichte
Die russisch-orthodoxe Kirche der
hl. Elisabeth und ihr Friedhof in Wiesbaden
Aus dem Russischen übersetzt von
Maja Speranskij
Hrsg. vom Kur- und Verkehrsverein
Wiesbaden e. V.
Inhalt
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Schon in der Einführung in
Wiesbadens „russische“ Vergangenheit, lässt
die Autorin ihren ansprechenden Erzählstil und ihren
feinen Humor erkennen – bei einem Buch über eine
Nekropole keine Selbstverständlichkeit. Im Weiteren widmet
sie sich im ersten Teil des Buches der Entstehungsgeschichte
der Russisch-orthodoxen Kirche der heiligen Elisabeth –
der sog. „Griechischen Kapelle“ – in
Wiesbaden auf dem Neroberg, die Herzog Adolf von Nassau als
Grabstätte für seine früh verstorbene Gemahlin,
Großfürstin Elisaweta Michailowna, Nichte des Zaren
Nikolaus I.,errichten ließ. Dabei geht die Autorin auch
auf die Lebensgeschichte Elisaweta Michailownas, ihre Kindheit
und Jugend in St. Petersburg, das Zustandekommen der Ehe, ihr
kurzes Wirken in Wiesbaden und schließlich auf ihre
Krankheit und ihren Tod ein. Interessante Details erfahren die
Leser auch über die Baugeschichte der Kirche und die
Arbeit des nassauischen Baumeisters Philipp Hoffmann.
Der zweite Teil des Buches
beschäftigt sich mit dem russisch-orthodoxen Friedhof, der
ein Jahr nach der Einweihung der Kirche, im August 1856, in
ihrer unmittelbaren Nähe auf dem Neroberg angelegt wurde
und den dort beigesetzten Persönlichkeiten. Hier wurden
sowohl Angehörige des russisch-orthodoxen Glaubens
bestattet, die in Wiesbaden gestorben waren, als auch aus allen
Teilen Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz, wo es zu dem
damaligen Zeitpunkt noch keine eigenen orthodoxen
Friedhöfe gab. Hier ruhen daher mehrere Generationen im
Ausland verstorbener Russen, unter ihnen viele, die im
russischen Geistesleben, in der russischen Geschichte und der
russischen Kirche ihre Spuren hinterlassen haben und zugleich
für deutsch-russische Beziehungen stehen. Es handelt sich
um Angehörige des Hochadels wie Fürst Georg
Jurijeweskij und die Gräfin Olga Merenberg, geb.
Jurijewskaja – Kinder des Zaren Alexander II. aus seiner
morganatischen Ehe mit der Fürstin Jekaterina Dolgorukaja.
Olga von Merenberg heiratete den Grafen Georg von Merenberg,
der der Ehe des Prinzen Nikolaus von Nassau mit der Tochter des
russischen Dichters Puschkin, Natalja von Merenberg entstammte.
Es waren während der ersten Jahrzehnte seines Bestehens v.
a. russische Staatsmänner und Adelige und ihre
Familienangehörigen, Künstler und Gelehrte, darunter
auch viele Deutsch-Balten, die hier beigesetzt wurden.
Als Nachhall der Oktoberrevolution in
Russland finden wir viele Grabsteine russischer Emigranten und
ihrer Nachfahren, daneben Gräber der kirchlichen
Würdenträger der russisch-orthodoxen Kirche im
Ausland. Auch die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs
hinterließen ihre Spuren auf dem russisch-orthodoxen
Friedhof in den Gräbern von nach Deutschland deportierten
Ostarbeiter/innen.
Marina Werschewskaja hat zu all dem
schwer zugängliche literarische Quellen (Briefe,
Tagebücher, Memoiren) und weiteres, in St. Petersburg
vorliegendes Archivmaterial ausgewertet.
Das in deutschen und russischen Archiven
gefundene Material erlaubt es, die Geschichte dieser Nekropolis
zu rekonstruieren, die Grabdenkmäler und die
Grabinschriften zu beschreiben, verloren gegangene Gräber
zu rekonstruieren als auch Interessantes, Biografisches, und
mitunter auch Anekdotisches über diejenigen zu
erzählen, die hier begraben sind.
Ein aktueller Lageplan des
russisch-orthodoxen Friedhofs wurde mit Unterstützung von
Prof. Nohlen am Fachbereich Architektur der Fachhochschule
Wiesbaden nach den Angaben Marina Werschewskajas von Ela
Schnierer neu erstellt.
Das Buch ist mit zahlreichen Anmerkungen
versehen, enthält ein Personenverzeichnis und ist reich
illustriert mit meist farbigen und vielen bisher
unveröffentlichtem Bildern.
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