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Edition 6065
Verlag für regionale Kultur und
Geschichte
gegründet 1995
von Brigitte Forßbohm
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Katinka Fischer
Kunst und Küche
Museums-Cafés und -Restaurants in
Deutschland
mit einem Vorwort von Jean-Christophe
Ammann
Leseprobe
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Brotzeit bei den Expressionisten
Mehr als 30 Jahre hat Lothar Günter
Buchheim gekämpft, gehadert und gewütet. Dann endlich
konnte der weitgereiste Autor, Sammler und Exzentriker seine
berühmte Kollektion expressionistischer Kunst sowie die
vielen völkerkundlichen Objekte im eigenen Museum
präsentieren. In der heftigen Diskussion um einen
möglichen Standort waren unter anderem Duisburg,
München und Weimar. Die Verwirklichung des Vorhabens
schien schließlich in Buchheims Wohnort Feldafing
greifbar nah. 1997 jedoch verhinderte ein Bürgerentscheid
dies abermals.
Außerhalb des bayrischen
Örtchens Bernried direkt am Starnberger See, wo die Hotels
„Seeblick“ oder „Marina“ heißen,
fand das von Architekt Günter Behnisch entworfene Haus
1999 dann doch noch ein beschauliches Plätzchen. Vom
kindlichen Rest im Manne zeugt die Bezeichnung „Museum
der Phantasie“, das ein braunes Schild schon auf der
Autobahn als ganz besondere Sehenswürdigkeit der
Münchner Umgebung ankündigt.
Tatsächlich sieht zunächst alles
so aus, als hätte sich ein großer Junge sein Zimmer
nun endlich ganz alleine einrichten dürfen. Hölzerne
Giraffen in überlebensgroßem Format machen es direkt
an der Straße unmöglich, das ansonsten abgeschieden
gelegene Anwesen zu übersehen. Exotische Ornamente
verzieren das Eingangstor. Pagoden, Teiche und weitere skurrile
Skulpturen säumen den Weg zu dem modernen Anwesen, das
sich mit hölzerner, von Glasflächen durchbrochener
Fassade flach und treppenförmig in seine hügelige
Umgebung fügt. Innen stehen berühmte Expressionisten
wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff
oder Max Beckmann im Mittelpunkt. Eigenwillig, ohne Trennung
nach Malerei, Zeichnung und Grafik werden sie auf zwei offenen
Ebenen präsentiert. Dass man auf großen Andrang
eingerichtet ist, zeigt der riesige Parkplatz mit einer extra
für Busse ausgezeichneten Fläche.
Konventioneller als es Buchheims Ruf
erwarten ließe, geht es im großzügig
angelegten Café seines Museums zu. Süddeutsche
Züge trägt die „Brotzeitkarte“, auf der
regionale Schmankerln wie „Obatzda“, Wurstsalat
oder fangfrische bzw. geräucherte Fische aus dem
Starnberger See stehen. Wer es weniger deftig bevorzugt, mag
sich ein Stück Kuchen gönnen. Bei einem Prosecco und
schönem Wetter stellt sich auf der Terrasse
Urlaubsgefühl ein. Auf modernen Kunststoff-Schalensitzen,
deren weiße und blaue Farbe das einzige bayrische
Attribut der Innenausstattung bleibt, sieht man vor sich nichts
als glitzernde Wasseroberfläche und Seelandschaft. Durch
gewölbte Glaswände hat man von innen ebenfalls freie
Sicht auf das stimmungsvolle Seepanorama. Die Kulisse und das
nahe noble München erklären wohl die gediegenen
Preise.
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Direkt am Starnberger See nimmt man
bayrische Schmankerln zu sich und spürt dabei schnell so
etwas wie Urlaubsgefühl.
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Café im Buchheim Museum
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried
Telefon: (08158) 25 93 93
IV-X: Mo – Fr 10 – 18 Uhr
Sa, So 10 – 20 Uhr
XI-III: Di – Fr: 10 – 17 Uhr
Sa, So 10 – 18 Uhr
www.buchheimmuseum.de
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