Liebe Leserinnen und Leser,

In dem 1995 von Brigitte Forßbohm gegründeten Verlag EDITION 6065 sind bisher mehr als 20 Bücher erschienen, darunter der „Klassiker“ unter den regionalen Stadt- und Landschaftsführern Wiesbaden und Rheingau zu Fuß. Aber auch Mundart und Satire sowie interessante Autobiografien gibt es bei EDITION 6065 sowie Bücher zu Themen der Regionalgeschichte, Kriminalitätsgeschichte Wiesbadener Pitaval, Kunst im öffentlichen Raum und zur Geschichte des Nationalsozialismus.

Im  Verlagsraum Literaturtreff Multatuli finden regelmäßig kleine literarische Veranstaltungen der Caliban Literaturwerkstatt e. V. statt.

Am Samstag, den 19.12.2015  von 14 bis 18 Uhr ist der Literaturtreff Multatuli,  Herderstraße 31, Ecke Emanuel-Geibel-Straße,  geöffnet.

Kommen Sie zu einem Tee oder Kaffee und Adventsgebäck, Sie sind herzlich eingeladen! 


Dibbegugger un Worschtphilipp waren zwei Wiesbadener Originale aus der satirischen Zeitung Die Wäsch-Bitt, erschienen in den Jahren 1897 bis 1900.

"Umweeschfinanzierung"

Worschtphilipp un Dibbegugger
Zeichnung: Ferdinand Nitzsche, Wäsch-Bitt, 1., 2., 3. Jg., 1897/98/99. In: Die Wäsch-Bitt von Franz Bossong. Wiesbaden

 

Dibbegugger: Hoste scho geheert, die neu Rhein-Main-Hall soll ball 200 Millione koste ...

Worschtphilipp: Un wer soll des bezahle?

Dibbegugger: Ei, die Wissbadener, wer sunst?

Worschtphilipp: Könne die dann kaan Investor finne, der sei Geld do rin steckt?

Dibbegugger: Na, des geht nit, weil die Hall macht jo Verlust ...

Worschtphilipp: Warum zum Deiwel brauche mir e Hall, die bloß Verlust mecht?

Dibbegugger: Des is wesche der Umweeschfinanzierung ...

Worschtphilipp: „Umweeschfinanzierung“ was soll dess dann sein?

Dibbegugger: Bass uff, die Stadt baut die Hall, dann komme vill Leut in die Stadt, uff Kongresse un so. Dadorsch verdiene die Gastwerte besser un zahle dann mehr Steuern an die Stadt. Unn ibber den Umweesch, wenn's klappt,  verdient die Stadt dann widder an de Hall.

Worschtphilipp: Jo, wann des bloß uffgeht! Dann könne se doch gleich de Gastwirt e paar Millione im Johr nochschmeiße oder besser: einmol im Monat im Rothaus e groß Buffet für die Leut veranstalle. Des käm ohne Umweesch immer noch billischer un mer hätt was devon!