Liebe Leserinnen und Leser,

EDITION 6065 bietet zum Jahreswechsel 2017/18 ein originelles literarisches Angebot.
Ein Generationen übergreifendes Lesevergnügen bereitet Henri Hohenemsers „Die Geschichte vom Schnittlauchtopf“ . Wir besuchen einen Flohzirkus in Karatschi, erleben wie Rieger Beni aus Rosenheim auf dem Mount Everest einen Riesensemmelknödel kocht, nehmen Anteil am Schicksal des Flohschauspielers Rodolfo und vieles mehr ...

 

Die russische Kirche auf dem Neroberg und ihr Friedhof gehören zu den herausragenden Kulturdenkmälern der Stadt Wiesbaden. Die russische Historikerin Marina Werschewskaja, St. Petersburg, hat mit literarischen Quellen und Dokumenten in Gräber erzählen Geschichte die wechselvolle Geschichte der russisch-orthodoxen Gemeinde in Wiesbaden lebendig werden lassen.


Anhaltender Beliebtheit erfreut sich Rita Rosens „Frauenzimmer“, Gedichte und Geschichten über Frauen aus der Vergangenheit und Gegenwart.


  „Verbrechen und Schicksale – ein Wiesbadener Pitaval“, eine Sammlung von spektakulären Kriminalfällen aus vier Jahrhunderten, bleibt zeitlos lesenswert .

 

Viele Lesefreuden im Jahr 2018 wünschen Ihnen der Verlag, die Autorinnen und Autoren von EDITION 6065!

Foto: B. Forßbohm, Im Sommergarten, St. Petersburg

 


Dibbegugger un Worschtphilipp waren zwei Wiesbadener Originale aus der satirischen Zeitung Die Wäsch-Bitt, erschienen in den Jahren 1897 bis 1900.

"Umweeschfinanzierung"

Worschtphilipp un Dibbegugger
Zeichnung: Ferdinand Nitzsche, Wäsch-Bitt, 1., 2., 3. Jg., 1897/98/99. In: Die Wäsch-Bitt von Franz Bossong. Wiesbaden

 

Dibbegugger: Hoste scho geheert, die neu Rhein-Main-Hall soll ball 200 Millione koste ...

Worschtphilipp: Un wer soll des bezahle?

Dibbegugger: Ei, die Wissbadener, wer sunst?

Worschtphilipp: Könne die dann kaan Investor finne, wo sei Geld do rin steckt?

Dibbegugger: Na, des geht nit, weil die Hall macht jo Verlust ...

Worschtphilipp: Warum zum Deiwel brauche mir e Hall, die bloß Verlust mecht?

Dibbegugger: Des is wesche de Umweeschfinanzierung ...

Worschtphilipp: „Umweeschfinanzierung“ was soll dess dann sein?

Dibbegugger: Bass uff, die Stadt baut die Hall, dann komme vill Leut in die Stadt, uff Kongresse un so. Dadorsch verdiene die Gastwerte besser un zahle dann mehr Steuern an die Stadt. Unn ibber den Umweesch, wenn's klappt,  verdient die Stadt dann widder an de Hall.

Worschtphilipp: Jo, wann des bloß uffgeht! Dann könne se doch gleich de Gastwirt e paar Millione im Johr nochschmeiße oder besser: einmol im Monat im Rothaus e groß Buffet für die Leut veranstalle. Des käm ohne Umweesch immer noch billischer un mer hätt was devon!

Dibbegugger:  Des mache se nit. Dem Ball des Sports wolle se noch 500.000 Euro dezugebbe, dass er ibberhaubt kimmt!


März 2017