Liebe Leserinnen und Leser,

wie immer bemühen wir uns um ein originelles literarisches Angebot.

Arno Fischer war lange Leiter des Kulturamts in Wiesbaden. Nun ist ein Buch aus seiner Feder erschienen: „Kleine Songs zwischen Freunden”. Es handelt von seiner Freundschaft zu dem Aktionskünstler, Jazzmusiker und Maler John Fischer (1930-2016), aus dessen Leben er erzählt.

Der Mundartdichter, Weltbürger und Demokrat Franz Bossong bleibt aktuell mit seinem Spott auf das wilhelminische Wiesbaden und seine illustren Bürger:innen in der von ihm herausgegebenen Satirezeitschrift „Die Wäsch-Bitt”. Mit den Zeichnungen und Karikaturen von Ferdinand Nitzsche (1871-1907) – eine Fundgrube für die Stadtgeschichte Wiesbadens um die Jahrhundertwende.

Zu einer fantastischen Reise um die Welt lädt Henri Hohenemser mit der „Die Geschichte vom Schnittlauchtopf“ ein. Wir besuchen einen Flohzirkus in Karatschi, erleben wie Rieger Beni aus Rosenheim auf dem Mount Everest einen Riesensemmelknödel kocht, nehmen Anteil am Schicksal des Flohschauspielers Rodolfo und vieles mehr ... ein Buch ohne Altersbeschränkung.

 

Ein Frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr wünschen Ihnen

 

der Verlag, die Autorinnen und Autoren von

 

EDITION 6065


Dibbegugger un Worschtphilipp waren zwei Wiesbadener Originale aus der satirischen Zeitung Die Wäsch-Bitt, erschienen in den Jahren 1897 bis 1900.

"Umweeschfinanzierung"

Worschtphilipp un Dibbegugger
Zeichnung: Ferdinand Nitzsche, Wäsch-Bitt, 1., 2., 3. Jg., 1897/98/99. In: Die Wäsch-Bitt von Franz Bossong. Wiesbaden

 

Dibbegugger: Hoste scho geheert, die neu Rhein-Main-Hall soll ball 200 Millione koste ...

Worschtphilipp: Un wer soll des bezahle?

Dibbegugger: Ei, die Wissbadener, wer sunst?

Worschtphilipp: Könne die dann kaan Investor finne, wo sei Geld do rin steckt?

Dibbegugger: Na, des geht nit, weil die Hall macht jo Verlust ...

Worschtphilipp: Warum zum Deiwel brauche mir e Hall, die bloß Verlust mecht?

Dibbegugger: Des is wesche de Umweeschfinanzierung ...

Worschtphilipp: „Umweeschfinanzierung“ was soll dess dann sein?

Dibbegugger: Bass uff, die Stadt baut die Hall, dann komme vill Leut in die Stadt, uff Kongresse un so. Dadorsch verdiene die Gastwerte besser un zahle dann mehr Steuern an die Stadt. Unn ibber den Umweesch, wenn's klappt,  verdient die Stadt dann widder an de Hall.

Worschtphilipp: Jo, wann des bloß uffgeht! Dann könne se doch gleich de Gastwirt e paar Millione im Johr nochschmeiße oder besser: einmol im Monat im Rothaus e groß Buffet für die Leut veranstalle. Des käm ohne Umweesch immer noch billischer un mer hätt was devon!

Dibbegugger:  Des mache se nit. Dem Ball des Sports wolle se noch 500.000 Euro dezugebbe, dass er ibberhaubt kimmt!


Dezember 2020